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Agrar-Rohstoffe: Foodwatch gibt Ackermann Schuld an Hungersnöten
Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat das Investment in Agrar-Rohstoffe scharf kritisiert. Banken, Versicherungen, Pensionsfonds und Stiftungen machen sich laut Foodwatch mit ihren Investments in Agrar-Rohstoffe „mitschuldig an Hungersnöten in den ärmsten Ländern der Welt“. Daher forderte Foodwatch in Berlin von der Politik Neuregelungen und ein anderes Verhalten der Banken.
Hintergrund der Kritik von Foodwatch sind Recherchen des Wissenschaftsjournalisten und Buchautors Harald Schumann. Für seinen 88-seitigen Bericht über den Zusammenhang zwischen Spekulationen und Nahrungsmittelpreisen hatte er ein halbes Jahr lang recherchiert.

Nach seinen Ergebnissen gibt es „erdrückende Belege“ dafür, dass Spekulationen auf künftige Preise die aktuellen Marktpreise beeinflussen. Foodwatch schlussfolgerte, dass die Banken von diesen Geschäften profitieren, während Verbraucher unter höheren Preisen leiden würden.
Von der Politik forderte Foodwatch daher Limits für spekulative Warenterminverträge. Außerdem forderte die Verbraucherorganisation, dass sich institutionelle Anleger wie Versicherungen und Stiftungen nicht mehr am Handel mit Rohstoffderivaten beteiligen. Foodwatch sprach sich darüber hinaus für ein generelles Verbot von Rohstofffonds und Zertifikaten auf Rohstoffe aus.
Foodwatch ruft Banken zum Verzicht auf Spekulationen auf
Namentlich die Deutsche Bank und Goldman Sachs rief die Organisation zum Verzicht auf Spekulationen im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln auf. Zentrale Zielfigur des Protestes von Foodwatch wurde der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann.
...im Vergleich zum Vorjahreszeitraum...
Energie: +11,2 Prozent
Mineralölprodukte: +16,0 Prozent
leichtes Heizöl: +23,8 Prozent
Kraftstoffe: +13,9 Prozent
Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: +9,8 Prozent
Strom: +7,1 Prozent
Gas: +5,4 Prozent
Nahrungsmittel: +2,5 Prozent
Speisefette und Speiseöle: +13,5 Prozent
Margarine: +19,2 Prozent
Butter: +10,4 Prozent
Sahne: +12,9 Prozent
Quark: +8,5 Prozent
H-Milch: +7,3 Prozent
Brot und Getreideerzeugnisse: +4,4 Prozent
Fleisch und Fleischwaren: +4,3 Prozent
Gemüse: -8,5 Prozent
Kopf- oder Eisbergsalat: -39,3 Prozent
Tomaten: -24,1 Prozent
Kartoffeln: -19,6 Prozent
Alkoholfreie Getränke: +7,4 Prozent
Kaffee: +21,8 Prozent
Fruchtsäfte (zum Beispiel Fruchtsaft aus Kernobst: +14,1 Prozent
Tabakwaren: +3,3 Prozent
Bekleidung und Schuhe: +3,1 Prozent
Quelle: Statistisches Bundesamt
Unter dem Motto „Hände weg vom Acker, Mann!“ startete die Verbraucherorganisation eine Aktion, mit der Verbraucher persönlich beim Chef der Deutschen Bank protestieren können.
Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe zurück. Preissteigerungen und Schwankungen bei Agrar-Rohstoffen seien vorrangig auf Wetterereignisse, die steigende Nachfrage aus den Schwellenländern, das veränderte Ernährungsverhalten sowie den wachsenden Bedarf an Biodiesel und Wechselkursschwankungen zurückzuführen.
Kategorie: Meine Artikel | Hinzugefügt von: Figulin (18.10.2011) W
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