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Darmkeim: EHEC-Welle in Europa – bereits zwölf Infizierte tot
Nach mehreren anderen europäischen Ländern sind auch in Frankreich erste Fälle des Darmkeims EHEC aufgetreten. Gesundheitsminister Xavier Bertrand berichtete im Fernsehen von drei Patienten, die alle zuvor in Deutschland gewesen waren.
Die Erkrankten leben in Nordfrankreich, im südfranzösischen Toulouse und auf Korsika. Eine Lieferung vermutlich verseuchter Gurken wurde in der Bretagne abgefangen und sofort vom Markt genommen, so dass nach Angaben der Regierung durch sie keine Gefahr bestand. Die französischen Gurkenbauern wiesen in einer Mitteilung darauf hin, dass die Anbaubedingungen in Frankreich andere sind als in Spanien. Sie fürchten, dass die Verbraucher aus Angst vor Ansteckung ihr Gemüse verschmähen.
Das Hamburger Hygiene-Institut hatte den Darmkeim auf drei Salatgurken aus Spanien gefunden, doch schlossen die Experten weitere Quellen nicht aus. In Deutschland starben inzwischen mehr als zehn Menschen an dem aggressiven EHEC-Bakterium.
Die neuesten Opfer stammen aus Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern: Eine 91-jährige Frau starb am Montag an den Folgen der gefährlichen Durchfallinfektion in Paderborn (NRW), im Landkreis Parchim eine 87-Jährige. Damit steigt die Zahl auf zwölf Tote.
Kranke und verstärkte Kontrollen in EU-Ländern
Neben Frankreich melden auch andere europäische Länder Fälle von Infektionen: In Polen wurde eine Frau in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Sie hatte zuvor Hamburg besucht, wo hunderte Infektionen registriert wurden.
Eine regelrechte Welle hat nun auch Schweden erreicht: Das schwedische Institut zur Kontrolle ansteckender Krankheiten zählte 36 Verdachtsfälle, die sich allesamt wahrscheinlich in Norddeutschland infiziert haben. In 13 Fällen habe sich die Infektion zum sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) ausgeweitet. Zwei Personen seien schwer von den lebensgefährlichen Durchfallerkrankungen durch Ehec-Erreger betroffen. Das Institut empfiehlt schwedischen Bürgern, die nach Norddeutschland reisen, keine Gurken, Salat oder rohe Tomaten zu essen.
Lebensmittelkontrolleure in Österreich haben 33 Supermärkte auf möglicherweise mit dem gefährlichen Durchfallerreger EHEC kontaminiertes Gemüse überprüft. Bereits am Sonntag war der Verkauf von spanischen Gurken, Tomaten und Auberginen verboten worden, die von deutschen Firman nach Österreich geliefert worden waren.
In Großbritannien erfasste die britische Gesundheitsbehörde bislang drei EHEC-Erkrankungen bei deutschen Staatsbürgern. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass die möglicherweise mit den Erregern kontaminierten Bio-Gurken in Großbritannien vertrieben worden seien, teilte die britische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit mit.
Warnung vor rohen Gurken und Tomaten besteht weiter
Wissenschaftler und Ärzte suchen weiterhin fieberhaft nach der Herkunft des EHEC-Erregers. Es sei noch nicht gesichert, dass der Erreger aus Spanien stamme, sagte der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel, im ZDF-„Morgenmagazin“.
EHEC-Keime sind eine besonders gefährliche Form des Darmbakteriums Escherichia coli. Natürliches Reservoir der Bakterien ist der Darm von Wiederkäuern, speziell von Rindern.
Die Keime können durch rohes Fleisch und rohe Milch, aber auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Eine EHEC-Infektion führt zu Durchfällen, die auch blutig sein können. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bauchschmerzen. Als Folge droht das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), das zu einer schweren Nierenschädigung und sogar zum Tode führen kann.

Das Robert Koch-Institut hat seit Einführung der Meldepflicht 2001 in Deutschland jährlich zwischen 800 und 1200 EHEC-Erkrankungen registriert.
„Wir haben zwar jetzt auf Gurken die sogenannten EHEC-Erreger gefunden, das heißt aber nicht, dass die jetzt ursächlich für diesen gesamten Ausbruch verantwortlich sind“, sagte er. Das Robert-Koch-Institut riet erneut, vor allem in Norddeutschland keine rohen Gurken, Tomaten und Salate zu essen.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) wollten sich mit Vertretern der Länder über den Stand der wissenschaftlichen Untersuchungen zu den jüngsten EHEC-Fällen informieren. An dem Gespräch werden die Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, des Bundesinstituts für Risikobewertung wie auch des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zur aktuellen Lage berichten. Eingeladen sind auch die Vorsitzenden der Gesundheits-, Verbraucher- sowie der Agrarministerkonferenz der Länder und die Hamburger Gesundheitssenatorin, da Hamburg als ein Schwerpunkt der Erkrankungen gilt.
„Wir warnen unverändert davor, in Norddeutschland rohes Gemüse zu verzehren“, sagte RKI-Präsident Reinhard Burger im Bayerischen Rundfunk. Die Klagen von Bauern über Umsatzeinbrüche könne er verstehen, sagte Burger. Die Gesundheit der Menschen habe aber klar Priorität.
Inkubationszeit von einer Woche
Die hohe Zahl von EHEC-Neuerkrankungen erklärte Burger mit der relativ langen Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Symptome. Die Inkubationszeit betrage etwa eine Woche. Die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen könne daher erst im Laufe dieser Woche beurteilt werden können".
Von Prognosen zur weiteren Entwicklung riet er ab. “Im Moment können wir schlicht noch nicht verlässlich sagen, was die eigentliche Infektionsquelle ist.“ Derzeit gibt es bundesweit mehr als 1000 Verdachtsfälle.
Unter anderem in Trier: Eine 61-Jährige sei vermutlich erkrankt, sagte der Leiter des Trierer Gesundheitsamtes, Harald Michels. Die Patientin war mit schweren Durchfällen und einer Nierenfunktionsstörung in ein Krankenhaus in Trier gebracht worden. Es gehe ihr derzeit „klinisch ganz gut“. Die 61-Jährige sei vor zwei Wochen auf einer Rundreise durch Ost- und Norddeutschland gewesen und habe dort auch Tomaten und Blattsalate gegessen.
In Hamburg wurde nach einer Häufung von EHEC-Fällen in einer Klasse eines Hamburger Gymnasiums der Unterricht mehrere Tage lang ausgesetzt. Bei drei Schülern einer 10. Klasse sei der Erreger nachgewiesen worden, bei einem weiteren Fall bestehe der Verdacht einer Infektion mit dem gefährlichen Erreger, sagte Rico Schmidt, Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde.
Auch eine 60-jährige Frau aus Sachsen hat sich mit dem lebensbedrohlichen EHEC-Erreger angesteckt. „Im Rahmen der jetzigen Infektionsserie ist es der erste Fall in Sachsen“, sagte Professor Gerhard Ehninger vom Universitätsklinikum Dresden. Dort wurde am Wochenende eine weitere Frau mit EHEC-Erreger ambulant behandelt, dann aber wieder nach Hause geschickt. „Sie ist nicht schwer krank“, sagte der Mediziner. Die Frau sei auf der Ostseeinsel Rügen gewesen.
In München hat das städtische Referat für Gesundheit und Umwelt drei weitere Fälle der lebensbedrohlichen EHEC-Infektion bestätigt. In der Vorwoche waren bereits zwei HUS-Fälle in der Landeshauptstadt aufgetreten. Alle Erkrankten hätten sich in den vergangenen Wochen in Norddeutschland aufgehalten. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hatte noch erklärt, dass die Zahl der Erkrankten im Freistaat sich über das Wochenende nicht erhöht habe.
Bundesärztekammer hält EHEC für beherrschbar
Trotz der zunehmenden Erkrankungen durch den gefährlichen Durchfallerreger EHEC hält die Bundesärztekammer die Situation für beherrschbar. “Hier geht es zwar um einen potenziell lebensgefährlichen Erreger, doch ich warne vor Panikmache", sagte der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery, der “Passauer Neuen Presse“.
„Jeder kann sich schützen, indem er sich streng an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts hält, häufig die Hände wäscht und vorübergehend auf bestimmtes Gemüse verzichtet.“
Wofür steht die Abkürzung EHEC?
EHEC steht für Enterohämorrhagische Escherichia coli-Bakterien. Das ist eine besondere Form von Escherichia coli-Bakterien, von denen es viele harmlose Vertretet gibt, aber eben auch solche, die Krankheiten verursachen können. EHEC kommen normalerweise im Verdauungstrakt von Wiederkäuern wie Rindern vor. Die Tiere erkranken selbst nicht, scheiden die Bakterien aber mit dem Kot aus. Menschen können sich über direkten Kontakt oder indirekt über verunreinigte Lebensmittel anstecken.
Handelt es sich bei dem Verursacher der aktuellen EHEC-Fälle um einen neuen Erreger?
Nein. Das Münsteraner Hygiene-Institut hat den inzwischen Erreger identifiziert. Es handelt sich um HUSEC41, einem von 42 bekannten EHEC-Typen, die seit 1996 in Deutschland auftreten. HUSEC41 trat allerdings bislang kaum in Erscheinung. Jedenfalls gibt es bislang keinen dokumentierten Ausbruch dieses EHEC-Typs.
Ist der jetzt grassierende Erreger HUSEC41 gefährlicher als andere EHEC-Bakterien?
Das scheint so zu sein. Seit der Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001 registriert das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) bundesweit jährlich zwischen 800 und 1200 EHEC-Erkrankungen. Doch die aktuellen Krankheitsverläufe sind offenbar aggressiver. Insbesondere ist HUSEC41 gegen die meisten Antibiotika resistent.
Ist der Einsatz von Antibiotika gegen EHEC überhaupt sinnvoll?
Der Einsatz von Antibiotika bei EHEC-Infektionen ist grundsätzlich problematisch. Es kann nämlich passieren, durch das Abtöten der Erreger verstärkt EHEC-Giftstoffe freigesetzt werden. So kann sich durch die Behandlung die Lage des Patienten sogar verschlimmern.
Gibt es einen Zusammenhang zu den sogenannten Krankenhauskeimen, an denen hierzulande jährlich bis zu 30.000 Menschen sterben?
Nein. Das sind andere, sehr viel aggressivere Bakterien. Was sie mit den EHEC-Erregern gemein haben ist lediglich ihre große Resistenz gegen Antibiotika.
Warum kann eine EHEC-Infektion tödlich verlaufen?
Die schwerste Komplikation bei einer EHEC-Infektion ist das hämolytisch-urämische Syndroms (HUS), welches zu akutem Nierenversagen führen kann. Bei dem jüngsten Ausbruch sind bereits mehr als 200 HUS-Fälle aufgetreten – mehr als sonst in einem ganzen Jahr.
Woran kann ich erkennen, dass ich an EHEC erkrankt bin?
Eine EHEC-Infektion kann sich zeigen als unblutiger, meist wässriger Durchfall. Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bauchschmerzen, seltener Fieber. Bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten entwickelt sich als schwere Verlaufsform ein Durchfall mit krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber. Die Infektion kann aber auch ohne Beschwerden verlaufen und somit unerkannt bleiben. Treten auch nur einzelner dieser Symptome auf, ist auf jeden Fall ein Arzt zu konsultieren. Auch alle Apotheken beraten.
Warum sind besonders Frauen von EHEC-Infektionen betroffen?
Die als Quelle für die EHEC-Infektionen kontaminiertes Gemüse identifiziert wurde, kann man annehmen, dass Frauen deshalb häufiger betroffen sind, weil sie sich bei der Reinigung und Zubereitung des Gemüse infizieren konnten. Und die machen Frauen immer noch häufiger als Männer.
Woher stammen die Keime?
Das EHEC-Bakterium befindet sich oftmals im Kot von Nutztieren. Die Infektion kann beim direkten Kontakt mit Tieren aber auch beim Verzehr kontaminierter Lebensmittel - zum Beispiel Rindfleisch oder Rohmilch - übertragen werden. Die aktuellen EHEC-Fälle sollen von Gemüse herrühren, das aus Spanien importiert worden ist.
Wie kann man sich vor EHEC-Bakterien schützen?
Aktuell wird vor dem Verzehr von Blattsalaten, Salatgurken und rohen Tomaten gewarnt. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, bei der Verarbeitung von Gemüse auf die Hygiene zu achten. Bretter, Messer und natürlich auch die eigenen Hände sollten gründlich gereinigt werden. Wer in diesen Tagen auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte Gemüse abgekocht essen. EHEC-Bakterien lassen sich durch Erhitzen abtöten.
Ist EHEC von Mensch zu Mensch übertragbar?
Nicht so leicht, wie etwa Grippeviren, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden können. EHEC-Bakterien werden nur durch sogenannte Schmierinfektion übertragen. Konkret heißt das: Bakterien können beim Toilettenbesuch auf Hände übertragen werden. Werden diese nicht hinreichend gewaschen, können die Bakterien bei Kontakt mit Lebensmitteln schließlich beim Essen von anderen Menschen aufgenommen werden. Was also vor EHEC schützt ist gute Hygiene.
In der Berichterstattung ist auch von HUS die Rede. Was ist das?
HUS steht für hämolytisch-urämisches Syndrom, einen besonders schweren Verlauf der EHEC-Erkrankungen. Dabei kann es zu Nierenversagen und Blutarmut kommen. Das kann lebensbedrohlich sein.
Was muss ich tun, wenn ich betroffen bin?
Zunächst sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Außerdem sollen EHEC-Erkrankte viel trinken, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Hygiene ist ein Muss, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Mit dem Bakterium infizierte Patienten sollten auf keinen Fall Antibiotika nehmen. Diese könnten die Situation noch verschlimmern, erklärte ein Arzt des Berliner Krankenhauses Charité. Wenn die Bakterien durch das Antibiotikum in großem Umfang zerfallen, werden vermehrt Gifte aus den Bakterien freigesetzt.
Darf ich im Moment noch tiefgefrorenes Gemüse essen?
Ja. Das tiefgefrorene Gemüse, das sich im Tiefkühlfach oder im Supermarkt befindet wurde vor längerer Zeit geerntet und hat mit den aktuellen EHEC-Fällen nichts zu tun. Außerdem gelten bei der Produktion von Tiefkühlprodukten besondere Hygienestandards. Die namhaften Hersteller dieser Produkte können es sich gar nicht leisten, infizierte Lebensmittel in den Handel zu bringen.
Kann es sein, dass jemand das Gemüse absichtlich mit den EHEC-Erregern infiziert hat?
Im aktuellen Fall ist dies sehr unwahrscheinlich, auch wenn solche Verschwörungstheorien öffentlich geäußert worden sind. Doch theoretisch ist es natürlich denkbar, dass jemand auf diese Weise einen biologischen Anschlag ausübt. Zumindest ein Fall in den USA ist bekannt, wo ein Täter absichtlich ein Salatbuffet in einem Restaurant mit Darmbakterien verunreinigt hat und es deshalb zu entsprechenden Erkrankungen kam. Für einen terroristischen Anschlag eignen sich allerdings EHEC- und andere Darmbakterien kaum, dafür sind die Folgen eines solchen Anschlags doch vergleichsweise überschaubar.
Kategorie: Meine Artikel | Hinzugefügt von: Figulin (30.05.2011) W
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