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Hoffnungsschimmer: Investoren kehren an Indiens Börsen zurück
Ist das die Wende? Nicht nur in Europa hoffen viele Sparer und Anleger darauf, dass die Stimmung an den Finanzmärkten endlich dreht. Mindestens ebenso stark ist der Wunsch in Indien und bei all jenen Investoren, die dort ihr Geld angelegt haben.

Denn das Land erfährt seit Monaten eine dramatische Talfahrt. Nun sprang der Bombayer Sensex Index rund 3,5 Prozent in die Höhe, nachdem sich seit Jahresbeginn schon ein Minus von 25 Prozent in den Bilanzen aufgetürmt hatte. Und auch die Rupie konnte sich endlich mal wieder ein wenig erholen. Ihr Wert gegenüber dem Dollar war allein seit August um fast 20 Prozent eingebrochen.
Der Subkontinent wurde in den vergangenen Monaten von den Investoren so hart abgestraft wie kaum ein anderes Schwellenland. Das verwundert auf den ersten Blick. Denn eigentlich galt das Land als relativ immun gegenüber einem konjunkturellen Abschwung in der Welt. Die Exportindustrie ist vergleichsweise schwach und die Wirtschaft wird vor allem vom Binnenkonsum getrieben, ganz anders als beim Nachbarn China.
Investoren flüchteten überstürzt
Doch die Investoren aus der ganzen Welt schienen für solche Überlegungen keine Zeit zu haben. Die Euro-Krise und die Furcht vor einer Rezession trieben sie dazu, ihr Geld ohne genaueres Hinsehen heimzuholen, vor allem nach Amerika. Sie zogen ihr Geld in atemberaubendem Tempo aus den Schwellenländern ab, ganz egal, wie gut oder schlecht diese dastanden. Und als ein Markt, der besonders stark vom Auslandskapital abhängt, traf es daher auch Indien.

Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn hinter der Fassade vom jungen, dynamischen Schwellenland, die Indien in den vergangenen Jahren erfolgreich aufbaute, verstecken sich nach wie vor tiefe strukturelle Probleme. Und diese treten nun wieder verstärkt hervor.
Rohini Malkani, Volkswirt bei der Citigroup, listet gleich ein Dutzend harter Aufgaben auf, die das Land bewältigen muss, wenn es sein Wachstum über der Schwelle von sieben Prozent halten will.
Ganz oben auf der Agenda steht das Ankurbeln von Investitionen, inländischen und ausländischen. Doch genau auf diesem Feld hat die Regierung in den vergangenen Tagen gezeigt, wie schwierig es ist, hier voranzukommen. Eigentlich wollte sie den Einzelhandel liberalisieren, ausländischen Investoren den Zugang zum Markt erleichtern. Firmen wie Walmart oder Metro standen bereits in den Startlöchern. Doch vor wenigen Tagen wurde das Vorhaben erst einmal verschoben – viele fürchten auf den Sankt Nimmerleinstag.
Inflation konnte gestoppt werden
Einen kleinen Erfolg gibt es dagegen beim Kampf gegen die Inflation. Zuletzt fiel die Preissteigerung bei Lebensmitteln auf den niedrigsten Wert seit Februar 2008. Auch beim Kampf gegen die Korruption scheint sich etwas zu bewegen – durch Aktionen des Bürgerrechtlers Anna Hazare wurden die Politiker in Neu Delhi aufgeschreckt. Seit kurzem versprechen sie einschneidende Maßnahmen und sehen sich einer Öffentlichkeit gegenüber, die mit Argusaugen darüber wacht, dass sie umgesetzt werden.

Schwierig bleibt dagegen der Kampf gegen die Staatsverschuldung. Die Schulden belaufen sich mittlerweile auf über 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – unter den Schwellenländern ist das einer der schlechtesten Werte. Und allein im laufenden Fiskaljahr beträgt das Minus erneut über fünf Prozent. Der Lichtblick: Fast die gesamten Schuldtitel liegen bei inländischen Gläubigern, eine plötzliche Flucht aus den Anleihen ist daher höchst unwahrscheinlich.
Ebenfalls problematisch bleibt das hohe Leistungsbilanzdefizit, das bei rund drei Prozent liegt. Das Land führt also mehr ein als es exportiert und muss diese Differenz durch Kapitalzuflüsse aus dem Ausland füllen. Genau daran hapert es aber derzeit – das Kapital fließt sogar ab, und dies ließ die Rupie so drastisch verfallen.
Vor einer Woche hat die Zentralbank allerdings eingegriffen. Sie erschwerte den spekulativen Handel mit Rupien durch diverse Vorgaben. Prompt reagierte auch der Kurs, und seither hat sich die indische Währung auf einem niedrigen Niveau stabilisiert. Ein weiterer Schritt der Notenbank könnte nun sein, dass sie die Zinsen senkt – die deutlich zurückgegangenen Inflationsraten würden ihr das erlauben.
Das wiederum dürfte dann Investitionen aus dem Inland erleichtern. Ausländische Investoren wiederum könnten ebenfalls neuen Mut schöpfen, nachdem die Ratingagentur Moody’s am Mittwoch die Bonität von Rupien-Anleihen um eine Stufe anhob. Das Entscheidende daran: Sie sind nun im Bereich des Investment-Grade, also über jener Schwelle, ab der viele institutionelle Anleger überhaupt erst investieren dürfen.
Indiens Bevölkerung ist ein Vorteil
All dies könnte dem Kurs der Rupie und dem Aktienmarkt kurzfristig Erleichterung bringen. Das ändert jedoch noch nichts an den langfristigen Strukturproblemen. Doch Rohini Malkani macht selbst hier inzwischen Hoffnung: „Man mag argumentieren, dass all diese Dinge schon lange auf der Agenda stehen, doch die Geschichte zeigt, dass Indien in schwierigen Zeiten dann doch recht schnell reagieren kann.“ Dass es im demokratisch regierten Indien dabei trotz allem nicht so schnell geht wie im autoritären China ist indes allen klar.
Dafür hat Indien aber einen anderen langfristigen Vorteil, und das ist seine Bevölkerung. Denn die ist nach wie vor sehr jung, die Zahl der Menschen wächst weiter. In China dagegen ist der Höhepunkt bei der Zahl der Einwohner im arbeitsfähigen Alter schon in Kürze erreicht. Ab dann kämpft auch China mit demografischen Problemen. Indien dagegen noch lange nicht. Daher spricht vieles dafür, dass Indien die gegenwärtigen Probleme zumindest so weit meistern kann, dass der Wachstumstrend der vergangenen Jahre anhält.
Einwohnerzahl in Millionen:
Tokio1950: 11,2751980: 28,5492000: 34,4502015: 36,214
Osaka-Kobe1950: 4,1471980: 9,9902000: 11,1652015: 11,359
Seoul1950: 1,0211980: 8,2832000: 9,9172015: 9,215
Peking1950: 3,9131980: 9,0292000: 10,8392015: 11,060
Chongqing1950: 1,6801980: 2,5772000: 4,6352015: 5,758
Tianjin1950: 2,3741980: 7,2682000: 9,1562015: 9,874
Wuhan1950: 1,2281980: 3,1552000: 5,1692015: 8,002
Guangzhou1950: 1,3431980: 3,1352000: 3,8812015: 3,943
Shenzhen1950: 0,1741980: 0,3372000: 1,6032015: 2,034
Manila1950: 1,5441980: 5,9552000: 9,9502015: 12,637
Jakarta1950: 1,4521980: 5 0,9842000: 11,0182015: 17,498
Bangkok1950: 1,3601980: 4,7232000: 6,3322015: 7,465
Dhaka1950: 0,4171980: 3,2572000: 10,1592015: 17,907
Kalkutta1950: 4,4461980: 9,0302000: 13,0582015: 16,798
Delhi1950: 1,3901980: 5,5582000: 12,4412015: 20,946
Mumbai1950: 2,9811980: 8,6952000: 16,0862015: 22,645
Pune1950: 0,5921980: 1,6422000: 3,6552015: 6,130
Karachi1950: 1,0281980: 5,0482000: 10,0322015: 16,155
Quelle: Vereinte Nationen, 2004
Für Sparer und Anleger bedeutet dies, dass derzeit ein günstiger Moment sein könnte, bei indischen Aktien zuzugreifen. Ihre Kurse liegen heute 25 Prozent unter dem Hoch vom Anfang des Jahres. Zudem erhalten hiesige Anleger durch den aktuell niedrigen Rupien-Kurs in Euro gerechnet einen weiteren Abschlag.
Sollte die Stimmung wirklich drehen, so dürften sowohl der Aktienmarkt als auch die Rupie wieder zulegen – Anleger könnten dann doppelt gewinnen. Die größte Gefahr bleibt dabei jedoch die Lage in Europa. Wenn die Krise sich hier erneut verschärft und Anleger panisch in die USA flüchten, dann dürften sie wieder nicht vor Indien halt machen, egal, wie dort die wirtschaftliche Lage ist.
Verbinden Sie sich mit dem "Welt-Online"-Autor auf Twitter: Frank Stocker schreibt schwerpunktmäßig zu den Themen: Geldanlage, China und Schwellenländer.
Kategorie: Meine Artikel | Hinzugefügt von: Figulin (21.12.2011) W
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