Iran: Tod durch den Strang – 17-Jähriger hingerichtet
Trotz internationaler Proteste sind im Iran binnen zwei Tagen öffentlich zwei Männer in der Hauptstadt Teheran hingerichtet worden.
Am Mittwoch wurde ein Minderjähriger im Vorort Karadsch gehängt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Isna. Die Bundesregierung hatte sich für eine Begnadigung eingesetzt. Am Dienstag war ein Mann auf einem Platz des Stadtbezirks Narmak durch den Strang hingerichtet worden.
Der 17 Jahre alte Ali-Reza Molla-Soltani hatte laut Agenturbericht einen berühmten iranischen Athleten erstochen und wurde dafür am Tatort gehängt.
Der Tod des Sportlers hatte großes Aufsehen im Iran erregt. Die iranische Justiz hatte eine schnelle Hinrichtung angeordnet, nachdem der Oberste Gerichtshof den Minderjährigen zum Tode verurteilt hatte.
Fall sorgte international für große Empörung
International sorgte der Fall für große Empörung und Proteste. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, kritisierte die Hinrichtung. „Mit der öffentlichen Erhängung eines zur Tatzeit Minderjährigen tritt Iran völkerrechtliche Verpflichtungen mit Füßen, zu deren Einhaltung es sich selbst verpflichtet hat“, teilte Löning mit.
„Die Bundesregierung wird in ihrem Engagement für eine weltweite Abschaffung der Todesstrafe nicht nachlassen.“ Die iranische Justiz behauptet hingegen, nach dem persischen Mondkalender sei der Gehängte bereits volljährig gewesen.
Im Iran werden unter anderem Mord, Vergewaltigung oder Drogenhandel mit der Todesstrafe geahndet. Oft werden die Delinquenten öffentlich hingerichtet. In diesen Ländern wurden im Jahr 2010 Menschen hingerichtet: CHINA: mehrere 1000 (geschätzt) IRAN: > 252 NORDKOREA: > 60 JEMEN: > 53 USA: 46 SAUDI-ARABIEN: > 27 LIBYEN: > 18 SYRIEN: > 17 BANGLADESCH: > 9 SOMALIA: > 8 SUDAN: > 6 PALÄSTINENSISCHE AUTONOMIEGEBIETE: 5 ÄGYPTEN: 4 ÄQUATORIALGUINEA: 4 TAIWAN: 4 WEISSRUSSLAND: 2 JAPAN: 2 IRAK: > 1 MALAYSIA: > 1 BAHRAIN: 1 BOTSWANA: 1 SINGAPUR: Exakte Zahl unbekannt VIETNAM: Exakte Zahl unbekannt Quelle: Amnesty International