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Kolumne "Nachspielzeit": Ballack vor der letzten Konfrontation seiner Karriere
Ein Spiel, das keinen Sieger verdient hatte, brachte am Ende einen großen Verlierer hervor. Als Bayer Leverkusen in der Schlussphase gegen Werder Bremen das glückliche Siegtor gelang, war Michael Ballack nicht mehr auf dem Platz. Deutschlands unehrenhaft entlassener Capitano ließ sich nach 83 Minuten für Simon Rolfes auswechseln. Keine drei Minuten nach dem Tausch bereitete der Bayer-Kapitän mit einem sehenswerten Fallrückzieher das 1:0 durch Michal Kadlec vor. Und nach dem Schlusspfiff hieß es dann: Bayer gewinnt erst ohne Ballack. Leverkusens Trainer Robin Dutt legte sich nach dem ersten Erfolg im neuen Job eine andere Interpretation des Spielgeschehens zurecht. "Ich habe es perfekt gemacht. Ballack hat den Erfolg vorbereitet, Rolfes das Siegtor. Michael hat heute gut gearbeitet." Dass er selbst ausgewechselt werden wollte, spreche für ihn, so Dutt.
Der bald 35 Jahre alte Ex-Nationalspieler lief in seinem 250. Bundesliga-Spiel im Bayer-Mittelfeld mehr als elf Kilometer, gewann ein Drittel seiner Zweikämpfe, leistete sich neben einigen ordentlichen Zuspielen auch Fehlpässe. Den Spielaufbau überließ er anderen, Ballack war an keinem einzigen Torschuss der Bayer-Elf beteiligt. Als zwingende Alternative zu Rolfes, dessen Platz er in der Startelf etwas überraschend von Dutt zugesprochen bekam, konnte sich Ballack nicht empfehlen. „Jetzt wisst ihr, wie es mir jeden Tag im Training geht. Da fliegen mir die Dinger ständig so um die Ohren." (Tom Starke, Torhüter von 1899 Hoffenheim, zum Siegtor von Sejad Salihovic aus über 30 Metern gegen Borussia Dortmund) „Ich bin gerade erst dabei, den Dialekt zu lernen und froh, wenn ich die Leute überhaupt verstehe." (Hoffenheim-Trainer Holger Stanislawski auf die Frage, ob er schon den Text des Badener Lieds kenne) „Anstrengend war’s. Ich habe fünf oder sechs Flaschen leer getrunken und habe geschwitzt - ich bin durch. Aber so fühlt sich Arbeit an." (Stanislawski bei Sky nach dem 1:0-Sieg gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund) „Aber am Ende sind die Bayern in der Kabine und wissen nicht, wie sie gewonnen haben." (Wolfsburgs Hasan Salihamidzic über das unglückliche 0:1 gegen seinen Ex-Klub Bayern München) „Wie ich Robert Kempter kenne, wird er heute Abend der unglücklichste Mensch sein." (Sky-Experte Markus Merk zur falschen Abseitsentscheidung des Schiri-Assistenten in Wolfsburg) „Ich habe von der Bank aus gesehen, was vier schwarze Schiris nicht gesehen haben. Dass kein Abseits vorliegen kann, wenn der Bayern-Spieler den Ball verlängert - so gut kenne ich noch die Fußball-Regeln." (Wolfsburgs Trainer Felix Magath bei Sky zum zu Unrecht nicht gegebenen Tor von Patrick Helmes) „Wenn vier Schiedsrichter nicht in der Lage sind, so eine Szene richtig zu beurteilen, dann wäre es besser, den Video-Beweis einzuführen." (Wolfsburgs Trainer Felix Magath zur Fehlentscheidung) „Die Bundesliga ist wie ein Marathonlauf. Auch wenn die ersten zwei Schritte noch etwas holprig sind, kann es am Ende trotzdem noch ein guter Lauf werden." (Heiko Butscher, Kapitän des SC Freiburg, nach der 1:2-Heimniederlage gegen Mainz 05) „Man kann ihn geben, wenn man ihn nicht gibt, auch okay." (Gladbachs Marco Reus zu dem an ihm verschuldeten Foulelfmeter) „Im Inneren ist es für mich die Hölle." (Kölns Trainer Stale Solbakken nach dem 1:5 von Gelsenkirchen) „Ja, um 10, 12, 15 und 17 Uhr." (Solbakken auf die Frage, ob er am Sonntag trainieren lassen wird) „Ich bin schon vier Jahre beim FC und es ändert sich nichts. Aber wir werden es ändern müssen." (Kölns Kevin McKenna bei Sky nach dem Fehlstart des 1. FC mit zwei Siegen und der wieder aufkeimenden Unruhe bei den Geißböcken) „Ich denke schon, dass ich noch nach Hause darf." (Schalkes doppelter Tore-Vorbereiter Marco Höger – er ist in Köln geboren) „Papa hat gesagt, du musst vorgehen und singen." (Der dreifache Schalker Torschütze Klaas-Jan Huntelaar über eine familiäre Anordnung und die Gesangseinlage vor der Nordkurve)
Am kommenden Samstag droht ihm in Stuttgart abermals ein Platz abseits des Spielfelds. Die exklusive Einschätzung seines neuen Trainers, dass ein Platz auf der Ersatzbank für jeden Bayer-Angestellten eine Ehre sei, kann Ballack, der erstmals seit seinem letzten Länderspiel für Deutschland gegen Argentinien im März 2010 eine Mannschaft als Kapitän auf das Spielfeld führen durfte, nur als blanken Hohn verstehen.
"Mal ist es Rolfes, dann in der nächsten Woche Ballack. Das Thema hatte mein Vorgänger auch schon. Das gehört dazu, deshalb geht mein Puls nicht höher", sagte Dutt der "Bild am Sonntag" über die heikelste Baustelle in seiner Mannschaft. Zuletzt hatte sich der Coach sich festgelegt: Rolfes und Ballack werde es im Dreier-Mittelfeld bei Bayer gleichzeitig nicht geben. "Sie sind beide Strategen, zu ähnliche Spielertypen."
Dutt hätte auch sagen können: Bayer kann es sich nicht leisten, mit den beiden Spielverwaltern zur gleichen Zeit im defensiven Mittelfeld zu agieren. Im Hochgeschwindigkeitsfußball dieser Tage sind Rolfes und Ballack ein Sicherheitsrisiko: in der Defensive nicht aggressiv genug, im Umkehrspiel nach Ballgewinn zu langsam auf dem Weg in Spitze.
Dabei ist es noch nicht einmal zwei Jahre her, dass die deutsche Nationalelf zusammen mit Rolfes und Ballack im defensiven Mittelfeld das deutsche Ticket für die WM 2010 löste. Der 1:0-Sieg in Russland wirkt mittlerweile wie eine Relikt aus ferner Vergangenheit. Damals spielte Bastian Schweinsteiger noch auf dem rechten Flügel, in der Innenverteidigung lief Heiko Westermann auf. Für Thomas Müller, Sami Khedira oder Manuel Neuer fand sich noch gar kein Platz in der Startelf.
Das Turnier in Südafrika änderte die Verhältnisse im deutschen Fußball dann fundamental. Das erfolgreiche Mittelfeld-Duo der Qualifikation plagte sich während des WM-Sommers mit schwerwiegenden Verletzungen oder deren Nachwirkungen.
In dieser Saison, in der Rolfes oder Ballack wieder einsatzfähig sind, aber ihr altes Leistungsniveau nicht (mehr) erreichen, hat sich Dutt dafür entschieden, seinen Kapitän und den prominentesten Angestellten im Bayer-Dress in einen Konkurrenzkampf zu schicken, der beide schlecht aussehen lässt.
Duell gegen Rolfes kann Ballack kaum gewinnen
Während Rolfes schon nach der Auswechslung bei der Auftaktniederlage in Mainz dünnhäutig reagierte, muss Deutschlands bester Spieler des vergangenen Jahrzehnts die letzten Tage seiner Karriere damit verbringen, um einen Startplatz neben Lars Bender zu kämpfen; in einem Duell, das er gegen den etatmäßigen Kapitän kaum gewinnen kann. Rolfes ist die anerkannte Führungsfigur im Leverkusener Team, fünf Jahre jünger als Ballack und ein Jahr länger vertraglich gebunden als der 98-fache Nationalspieler, dessen Kontrakt bis 2012.
Die Zahlen und Fakten sprechen also gegen Ballack, der sich in dieser Spielzeit mit Äußerungen auffällig zurückhält. Gleichwohl steuert er auf die letzte Konfrontation seiner Laufbahn zu. Schwer vorstellbar, dass sich Ballack in den nächsten zehn Monaten auf eine unbefriedigende Pendelei zwischen Ersatzbank und Spielfeld einlässt.
Ausgerechnet Dutt entfacht die lästige Debatte immer wieder aufs Neue, obwohl dem Trainer an einer Grundsatzentscheidung in Leverkusen gelegen sein müsste, um klare Verhältnisse in der Mannschaft und auf dem Spielfeld zu schaffen.
Stattdessen relativiert er nach dem Sieg gegen Bremen seine Rolfes-oder-Ballack-Doktrin. "Alles ist möglich", sagte Dutt ohne zu erklären, was er damit meint. Die Ballack-Debatte hatte im Frühjahr schon den erfahrenen Jupp Heynckes Nerven gekostet. Bei Dutt besteht die Gefahr, dass er sich bei der problematischsten Personalie seines Kaders um Kopf und Kragen moderiert.
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| Kategorie: Meine Artikel | Hinzugefügt von: Figulin (15.08.2011)
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