+++ Live-Ticker Grossbritannien +++: Stundenlange Randale in Manchesters Zentrum
23.06 Uhr: Ausschreitungen in Manchester und West Bromwich
Die BBC berichtet, Hunderte Jugendliche hätten in Manchester stundenlang randaliert, die Polizei habe ihnen machtlos gegenübergestanden. Auch aus West Bromwich nahe der zentralenglischen Stadt Birmingham werden Zusammenstöße gemeldet. Dort hat eine Gruppe von rund 200 Menschen nach Angaben der Polizei Barrikaden errichtet. Der Mob zündet Autos an und wirft mit Gegenständen auf die Beamten.
23.03 Uhr: In London ist die Lage bislang ruhig
CNN berichtet, abgesehen von wenigen Zwischenfällen habe sich die Lage in der englischen Hauptstadt London weitgehend beruhigt. Polizisten seien teilweise bis zu 20 Stunden im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu halten.
22.52 Uhr: Polizeiaufsicht – Schuss-Frage wird vielleicht nie geklärt
Die Polizeiaufsicht IPCC teilt mit, es gebe keinen Beleg dafür, dass eine am Tatort gefundene Waffe tatsächlich auf Mark Duggan abgefeuert worden sei. Möglicherweise werde die Frage nie sicher geklärt werden können. Aus den Protesten gegen den Tod des 29-Jährigen resultieren die tagelangen Krawalle in englischen Städten.
22.17 Uhr: Bürger wollen Plünderer abwehren
Nach Informationen des Nachrichtensenders Sky News wollen sich im Londoner Stadtbezirk Enfield 50 bis 70 Männer Plünderern in den Weg stellen.
21.22 Uhr: Festnahmen nach Ausschreitungen in Manchester
Die Polizei nimmt in Manchester nach Krawallen im Stadtzentrum sieben Randalierer fest. Die Beamten raten den Bürgern, die Innenstadt vorerst zu meiden.
20.41 Uhr: Modegeschäft angezündet
Gewalttäter stecken im englischen Manchester ein Modegeschäft in Brand. Das berichtet die britische Nachrichtenagentur PA. Hunderte Jugendliche seien durch die Stadt im Nordwesten Englands gerannt und hätten unter anderem Schaufenster eingeschlagen, heißt es weiter. Auch in West Bromwich in der Nähe von Birmingham marschieren gewaltbereite Jugendliche auf.
20.25 Uhr: Politiker rät zum Abschalten von Messenger-Funktion
Als Konsequenz aus den Krawallen in London und anderen englischen Städten fordert ein Unterhausabgeordneter das Abschalten der Messenger-Funktion an Blackberry-Mobiltelefonen. Damit solle verhindert werden, dass Randalierer auf diesem Weg zu weiteren Krawallen aufriefen, so der Abgeordnete David Lammy. Blackberry sagt seine Unterstützung zu.
19.36 Uhr: Polizei rüstet sich für vierte Krawallnacht
Die Polizei in London bereitet sich auf eine mögliche neue Krawalle in der Nacht vor. 16.000 Polizisten sollen in den Straßen von London im Einsatz sein. In einigen Teilen der Stadt schließen Läden und Geschäfte früher, um sich vor Angriffen zu schützen.
18.30 Uhr: Erste Ergebnisse der Duggan-Untersuchung veröffentlicht
Mark Duggan, der Mann, dessen Tod durch eine Polizeiwaffe die Ausschreitungen auslöste, hat vor seinem Tod offenbar nicht auf die Polizei geschossen. Das ergeben ballistische Untersuchungen, die eben veröffentlicht wurden. Duggan war in der vergangenen Woche unter bislang ungeklärten Umständen bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Die Untersuchung des Falls dürfte mehrere Monate dauern. Die unabhängige Behörde zur Untersuchung von Beschwerden gegen die Polizei teilt mit, am Tatort sei eine „nicht der Polizei zurechenbare Handfeuerwaffe“ gefunden worden. Es sei daher angenommen worden, Duggan habe auf die Beamten geschossen.
17.53 Uhr: Ansturm auf Gummiknüppel und Baseballschläger
Bei dem britischen Ableger des Internet-Versandhändlers Amazon werden ungewöhnlich viele Gummiknüppel und Baeballschläger geordert. Die Schlaginstrumente sind unter den meistverkauften Sportartikeln der letzten 24 Stunden, meldet der britische Guardian. Viele Ladenbesitzer in den betroffenen Stadtteilen haben sich mit Knüppeln bewaffnet, um ihre Geschäfte zu schützen.
17.23 Uhr: Polizei stellt Bilder meistgesuchter Randalierer ins Netz
Die Londoner Polizei sucht mit einer "Most Wanted"-Seite im Internet mehrere mutmaßliche Randalierer und Plünderer. Auf der Seite sind Aufnahmen von Überwachungskameras zu sehen. Die Bevölkerung ist aufgerufen, Hinweise zur Identifikation und Ergreifung der mutmaßlichen Täter zu geben.
16.57 Uhr: Anglikanische Kirche ruft zu Friedensgebet auf
Angesichts der andauernden Krawalle in Großbritannien ruft die anglikanische Kirche von England zu Friedensgebeten auf. „Wir bitten um Ruhe in Straßen und Städten“, damit die Menschen in Sicherheit und Frieden leben könnten, heißt es in dem Gebet. In die Fürbitte eingeschlossen sind diejenigen, die sich für ein Ende der Spannungen sowie für die Wahrung von Recht und Ordnung einsetzen.
16.50 Uhr: Hacker drohen Blackberry
Auf der offiziellen Website des Blackberry-Eigentümers Research In Motion (RIM), drohen Hacker der Firma, die persönlichen Daten der Angestellten an Randalierer weiterzugeben, wenn Research In Motion die Polizei bei ihren Ermittlungen unterstütze. „Sie werden der Polizei nicht helfen“, fordern die Hacker zeitweise mit ihrem Eintrag im Unternehmensblog von RIM. Die kanadische Firma hat vage angekündigt, die Behörden „so gut wie möglich zu unterstützen“.
16.43 Uhr: Polizei führt Randale-Verdächtige Haftrichter vor
Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen der vergangenen Nächte sind nach Angaben von Scotland Yard schon heute mehr als 30 Menschen dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. 18 von ihnen müssen demnach in Untersuchungshaft bleiben. Insgesamt sind bislang allein in London 525 Menschen festgenommen worden, davon soll gegen mindestens 99 Anklage erhoben werden.
16.36 Uhr: Flugblatt gibt Randalierern Ratschläge
Im Internet kursieren Fotos von einem Flugblatt, das Randalierern Tipps gibt, wie sie sich der Strafverfolgung entziehen können. Wer Anlass zu der Vermutung habe, dass er von Sicherheitskameras aufgenommen worden sei, solle nicht in Panik ausbrechen, lautet ein Ratschlag.
Weiterhin rät das Flugblatt den Randalierern, alle Kleidungsstücke, die sie während der Ausschreitungen getragen hätten, zu entsorgen: "Ändere dein Äußeres" lautet ein weiterer Tipp: "Lass dir die Haare schneiden und färben, lass dir einen Bart wachsen, trage eine Brille."
16.26 Uhr: Politiker fordert Armee-Einsatz
Erste Kritik am Vorgehen David Camerons: Der Politiker Nigel Farage, Chef der UK Independence Party, erklärt, Camerons Ankündigung einer Parlamentssitzung am Donnerstag sei wie eine Erlaubnis für weitere 48 Stunden Krawalle. Zudem äußert Farage Besorgnis über den Rest des Landes, da so viele Polizisten nach London abgezogen worden seien. Farage fordert, die Armee unter den Befehl der Polizei zu stellen.
16.17 Uhr: Polizei sammelt sich in gefährdeten Stadtteilen
Augenzeugen berichten von einer massiven Polizeipräsenz in mehreren Stadtteilen. Viele Polizisten tragen die Uniformen aus anderen Teilen Großbritanniens, aus denen sie für den Einsatz in London abgezogen wurden. Auch in Birmingham, wo es in der vergangenen Nacht ebenfalls zu Ausschreitungen kam, sind die Straßen voller Polizei.
16:00 Uhr: Erste Anhörung zum Tod von Mark Duggan
In London findet die erste Anhörung zum gewaltsamen Tod von Mark Duggan statt, der die Ausschreitungen in Großbritannien hatte. Der 29-Jährige war in der vergangenen Woche unter bislang ungeklärten Umständen bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Die Untersuchung des Falls dürfte mehrere Monate dauern.
Großbritanniens Premierminister David Cameron droht den überwiegend jugendlichen Kriminellen eine harte Bestrafung an. „Ihr werdet die Kraft des Gesetzes spüren.“ Wenn sie alt genug seien, diese Verbrechen zu begehen, seien sie auch alt genug, für sie zu büßen. Bisher seien 450 Randalierer festgenommen worden. Es sei noch mit deutlich mehr Festnahmen zu rechnen.
Die Täter müssten mit Konsequenzen rechnen, sofern sie volljährig seien, so der Regierungschef weiter. „Wir stehen auf der Seite der Menschen, die sich an die Gesetze halten.“
12.12 Uhr: Cameron ruft Parlament aus den Ferien zurück
Das Parlament solle am Donnerstag in London zusammenkommen, erklärt Cameron. Dort werde er eine Erklärung abgeben. Das Unterhaus befindet sich eigentlich in der sommerlichen Sitzungspause.
12.09 Uhr: Cameron stockt Zahl der Polizisten auf
Cameron bezeichnet die Krawalle als „pure Kriminalität". Es habe Plünderungen gegeben, Raub, Gewalt gegen Polizisten und sogar gegen Feuerwehrleute, die Brände hätten löschen wollen. „Wir werden alles tun, um die Ordnung wieder herzustellen“, sagt er vor der Tür von Downing Street Nummer 10. Die Zahl der Polizeikräfte werde von 6000 auf 16.000 in der kommenden Nacht aufgestockt.
Eine von vielen Experten geforderte Änderung der Polizeitaktik mit dem Einsatz von Wasserwerfern sowie eine Hilfestellung des Militärs sind offensichtlich nicht geplant. „Das ist nicht die Art, wie wir in Großbritannien Polizeiarbeit machen“, sagte Innenministerin Theresa May.
11.57 Uhr: Kinder sollen zu Hause bleiben
Die Londoner Polizei fordert Eltern in der britischen Hauptstadt auf, ihre Kinder in der Nacht auf Mittwoch zu Hause zu behalten. Pläne, die Streitkräfte zur Beilegung der Ausschreitungen hinzuzuziehen, gebe es bislang nicht, heißt es weiter.
11.36 Uhr: Freundschaftsspiel England-Holland abgesagt
Wegen der Ausschreitungen kann das für Mittwoch angesetzte Freundschafts-Länderspiel zwischen England und den Niederlanden nicht stattfinden. Der englische Fußball-Verband (FA) erklärte, er bedauere diese Entscheidung. Die Partie hätte im Wembley-Stadion in London stattfinden sollen.
Auf Bitten der Polizei sind außerdem drei für heute angesetzte Begegnungen des League Cup abgesagt worden. Die Pokalspiele Charlton gegen Reading, West Ham gegen Aldershot und Crystal Palace gegen Crawley wurden um unbestimmte Zeit verschoben. Der erste Spieltag der Premier League am Wochenende soll aber wie geplant stattfinden.
10.44 Uhr: Zahl der Festnahmen steigt auf 450
Allein in der Nacht zum Dienstag seien etwa 200 Krawallmacher festgenommen worden, sagt ein Sprecher von Scotland Yard. Seit Beginn der Randale am Wochenende sieg die Zahl der Festnahmen damit auf 450.
10.00 Uhr: Politiker reisen zu Krisentreffen
Premierminister David Cameron bricht seinen Urlaub in Italien ab und kehrt zu einen Krisensitzung nach London zurück. Auch Innenministerin Theresa May und der Londoner Bürgermeister Boris Johnson kehren aus dem Urlaub zurück, um sich mit der anhaltenden Gewalt zu befassen.
9.45 Uhr: May verteidigt Vorgehen der Polizei
May verteidigt das Vorgehen der Polizei bei den Krawallen in London. „In Großbritannien halten wir niemanden mit Wasserwerfern zurück“, sagt May in einem Fernsehinterview. Stattdessen setze sie auf die Mitarbeit der Menschen vor Ort – so funktioniere britische Polizeiarbeit.
Sie ruft die Eltern der randalierenden Jugendlichen und die Vertreter der Gemeinden auf, den Behörden dabei zu helfen, die Gewalttäter auf den Bildern der Überwachungskameras zu identifizieren.
9.24 Uhr: Festnahmen wegen mutmaßlichen Mordversuch
Drei Menschen werden wegen des Verdachts auf versuchten Mord festgenommen. Ihnen wird nach Angaben von Scotland Yard vorgeworfen, am frühen Morgen mit einem Auto zwei Polizisten im nördlichen Londoner Stadtteil Brent angefahren zu haben. Ein Polizist sei ins Krankenhaus gebracht worden, der andere habe leichtere Verletzungen erlitten.
3.57 Uhr: 26-Jähriger verletzt
Im Verlauf der Ausschreitungen ist ein 26-Jähriger schwer verletzt worden. Der Mann war bereits am Vorabend mit mehreren Schusswunden in einem Auto im Bezirk Croydon gefunden worden, teilt Scotland Yard mit.
2.12 Uhr: Krawalle weiten sich aus
Die Krawalle weiten sich auf weitere Landesteile aus. Nach London gibt es erstmals auch Plünderungen, Brandstiftungen und Randale in Birmingham, Liverpool und Bristol.