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Russische frauen suchen. "Es gibt keine stärkere Verbundenheit als Todesangst"
Ein Jahr nach der Freilassung aus iranischer Haft sieht man Marcus Hellwig die Auswirkungen dieses Albtraums nicht mehr an. Seiner Arbeit als Reporter für „Bild am Sonntag" geht er wieder uneingeschränkt nach. Was gibt ihm solche Kraft? Er freue sich einfach jeden Tag, frei zu sein, sagt er strahlend. Und in einem Land zu leben, in dem geradezu paradiesische Zustände herrschten russische frauen suchen.
Welt Online: Wenn Sie heute über die Repression im Iran hören oder lesen, was geht in Ihnen vor?
Marcus Hellwig: Ich mache mir vor allem Sorgen über die wachsende Kluft zwischen den Machthabern und dem Großteil der Bevölkerung. Das Regime will nur noch russische frauen suchen um jeden Preis an der Macht bleiben. Durch die immer stärkere Abschottung des Landes nimmt die Angst der Bevölkerung weiter zu – und der Druck auf alle, die sich kritisch zu äußern wagen, öffentlich oder auch nur privat. Zurzeit gibt es wieder eine Verhaftungswelle gegen Blogger und Journalisten, mit völlig abwegigen Anklagen russische frauen suchen.
Welt Online: Werden Sie denn weiter über den Iran recherchieren und schreiben?
Hellwig: Ich beschäftige mich seit meiner Rückkehr eigentlich fast täglich mit den Verhältnissen im Iran. So spreche ich mit Exil-Iranern, die mir berichten, was mit ihren Familien geschieht. Erst kürzlich, ausgerechnet am ersten Weihnachtsfest, das ich wieder in Freiheit verbracht habe, kam eine Nachricht, die mich sehr aufgewühlt hat: dass der Iran Sakineh Aschtiani hinrichten wolle, allerdings nun durch Hängen statt durch Steinigung – zum Steinigen fehle es in Täbris an den „nötigen operativen Voraussetzungen".
Welt Online russische frauen suchen: In der Haft kamen Sie auch mit iranischen Gefangenen in Kontakt. Wie nahe ist Ihnen das gegangen?
Hellwig: Es gibt tatsächlich keine stärkere Verbundenheit, als wenn man mit jemandem in eine Zelle gesperrt ist und gemeinsam Todesangst hat. Dann ist derjenige, der neben einem liegt, der beste Freund, zu dem man sofort eine intensive Beziehung hat, die man sonst oft in Jahren nicht aufbauen kann.
Welt Online: Wie haben Sie sich denn untereinander verständigt?
Hellwig: Mein Mitgefangener Resa zum Beispiel, mit dem ich sehr lange zusammengesperrt war, sprach russische frauen suchen ein paar Worte gebrochenes Englisch. Zeit genug hatten wir, um eine Frage zu stellen oder zu beantworten, das konnte ruhig auch mal eine Stunde dauern. Später hatte ich dann ein Farsi-Lehrbuch mit einem angehängten Glossar, in dem ich nachsehen konnte, wie Wörter in Farsi heißen. So konnte ich Resa zeigen: Das ungefähr meine ich.
Welt Online: Eine Sprache unter diesen Umständen lernen – wie geht das?

Hellwig: Die Zeit zu strukturieren bedeutete für mich ein Stück Freiheit. Ich stellte mir zu Anfang Aufgaben wie die, pro Tag möglichst ein Kapitel des Lehrbuchs durchzuarbeiten. Das war dann nicht immer möglich, weil das Pensum in späteren Kapiteln umfangreicher wurde. Teilweise war es schon sehr schwer, sich zu konzentrieren. Ich hörte ja immer wieder die Schreie misshandelter Gefangener, das brachte mich aus dem Konzept, das musste ich dann erst einmal verarbeiten. Doch eine Struktur in die Zeit zu bringen, mir eine Art Schulsituation zu schaffen, hat mir geholfen russische frauen suchen.
Welt Online: Sie erwähnen in Ihrem Buch, dass Sie sich an Filme erinnerten, in denen gezeigt wird, wie sich Gefangene beschäftigen, um bei Verstand zu bleiben. Geht das wirklich wie im Film?
Hellwig: Als ich mit verbundenen Augen in das geheime Foltergefängnis der Revolutionsgarden eingeliefert und mir in einem Verhörraum die Augenbinde abgenommen wurde, sah ich als Erstes vor mir einen Mann im Adidas-Trainingsanzug und mit Basecap. Schon da dachte ich: Das ist ja völlig surreal, wie im Kino. Es kommen einem in der Tat Bilder von Gefängnisfilmen, man denkt: Aha, wer lange drin ist, hält sich durch Sport fit, Körper und Geist sind ja miteinander verbunden… russische frauen suchen. So habe ich in der Zelle gleich mit Liegestützen angefangen, wenn das auch nicht so gut klappte, weil ich körperlich doch sehr angeschlagen war.
Welt Online: Sie wurden in der Haft geschlagen und psychisch gefoltert – ständige grelle Beleuchtung in der Zelle zum Beispiel, die einen kaum Schlaf finden lässt, kann man ja wohl so bezeichnen. Können Sie sagen, was in all dem Grauen der schlimmste, hoffnungsloseste Moment war und welches – wenn man davon überhaupt reden kann – der hoffnungsvollste?
Am 19. Februar des vergangenen Jahres endete für den „Bild am Sonntag"-Reporter Marcus Hellwig und den Fotografen Jens Koch ein fast fünfmonatiger Albtraum russische frauen suchen. Gegen eine Geldstrafe von jeweils 36.000 Euro wegen Verstoßes gegen Visumgesetze wurden sie – nach intensiven, aber lange Zeit erfolglosen diplomatischen Bemühungen der Bundesregierung – aus iranischer Haft entlassen. Zuvor hatte das Damoklesschwert einer Anklage wegen Spionage über den Journalisten geschwebt – ein Delikt, für das in der Islamischen Republik die Todesstrafe droht.
Hellwig und Koch waren im Herbst 2010 mit einem Touristenvisum in den Iran eingereist – jedoch in der Absicht, über das Schicksal der zum Tode durch Steinigung verurteilten angeblichen Ehebrecherin Sakineh Ashtiani zu berichten. Während eines Gesprächs mit dem Sohn der Verurteilten und ihrem Anwalt in dessen Kanzlei wurden die beiden Deutschen in der nordiranischen Stadt Täbris verhaftet.
Der Fall Hellwig und Koch erregte weltweite Proteste, wurde an ihm doch das ganze Ausmaß der Brutalität und Willkür deutlich, mit dem das iranische Regime und seine politische Justiz freie Berichterstattung ebenso unterdrücken wie jegliche oppositionelle Regung. Im Fall Ashtiani führten die Herrschenden in Teheran russische frauen suchen dabei ein zynisches Verwirrspiel auf, das bis heute anhält. Zwischenzeitlich angeblich begnadigt, soll sie, wie Ende Dezember verlautete, nun angeblich doch hingerichtet werden – wenn auch nicht durch Steinigung, sondern durch den Strang.
In seinem Buch „Inschallah. Gefangen im Iran", das am 17. Februar im Quadriga Verlag (Berlin) erscheint, schildert Marcus Hellwig die Umstände seiner 132-tägigen Gefangenschaft – und wie er den quälenden Zustand der Ungewissheit zwischen Angst, Verzweiflung und Hoffnung überstand. Zunächst in Einzelhaft gehalten, dann mit bis zu drei iranischen Gefangenen in eine Zelle von etwa 30 Quadratmetern gesperrt, war er dem Entzug von Sonnenlicht und Schlaf ausgesetzt und wurde während der Verhöre geschlagen. Ständig musste er in dem Geheimgefängnis, in dem man ihn festhielt, die Schreie gefolterter Häftlinge mit anhören russische frauen suchen.
Hellwig: Ein sehr hoffnungsloser Moment war sicher, als – ich glaube, es war am 24.Tag – der „Revolutionsrichter" in meine Zelle kam. Der hatte immer so ein seltsam verklärtes Lächeln im Gesicht. Er lächelte mich also an und sagte mir: Nach Hause geht es noch lange nicht. Vielleicht gibt es demnächst erst einmal den Prozess, inschallah.
In diesem Augenblick wurde mir klar: Das kann dauern. Zu diesem Zeitpunkt war alles, was es in meinem Fall zu ermitteln gab, längst geklärt. Seitdem ging es nur noch darum, wie es politisch weitergeht, und dieser Richter machte nicht den Eindruck, als wolle er seine Beute so schnell wieder loslassen. Und ein hoffnungsvoller Moment? Zweifellos das Treffen mit meiner Schwester.
Es hat mir viel gegeben, ihr zeigen zu können: Ich werde das schon schaffen. Ich hatte mich ja auch immer mit dem Gedanken gequält, dass sich die Angehörigen Sorgen um mich machen. Nun aber übermitteln lassen zu können, dass noch alles an mir dran ist, dass es zwar sehr hart ist, ich das aber durchstehe – das war schon ein schöner Moment russische frauen suchen.
Welt Online: Das war am wievielten Tag der Haft?
Hellwig: Es war der 68. Tag.
Welt Online: Und das war tatsächlich das erste Mal, dass Sie wieder ein vertrautes Gesicht gesehen haben?
Hellwig: Genau.
Welt Online: Den ersten Kontakt mit der deutschen Botschaft hatten Sie nach zehn Tagen. Was bedeutete das für Sie?

Hellwig: Durch dieses 20-minütige Treffen war für mich immerhin eines klar: Man wird mich nicht etwa eine Treppe hinunterstoßen und sagen: Der hat sich irgendwo aus Versehen das Genick russische frauen suchen gebrochen.
Es gab nun einen Kontakt, man wusste jetzt, wo ich war – auch wenn die Botschaft noch nicht lokalisieren konnte, in welchem Geheimgefängnis ich und mein Fotograf festgehalten wurden. Nach diesem Treffen hat sich aber die Verhörsituation verändert, die Aggressivität wurde deutlich zurückgefahren.
Welt Online: In der Haft sind Ihnen auch Dinge widerfahren, von denen Sie sagen, Sie wollten nicht öffentlich darüber sprechen. Wie wird man mit derartigen Erfahrungen fertig? Schafft man das ohne psychologische Betreuung?
Hellwig: Wichtig ist, den roten Faden des Lebens wieder aufzunehmen, durch Gespräche mit der Familie, mit Freunden. Von ganz besonderer Bedeutung ist dabei für mich meine neunjährigeTochter. Ein Freund seit Kindheitstagen hat mir darüber hinaus in intensiven Gesprächen über zwei Monate hinweg geholfen, die Erinnerungen Tag für Tag durchzugehen und zu bewältigen.
Ich hatte russische frauen suchen auch das Glück, nach meiner Freilassung in der deutschen Botschaft in Teheran eine Psychologin vorzufinden, die mir erklärte: Na ja, jetzt werden alle erst einmal sagen, Sie müssten dringend eine Psychotherapie machen. Aber verlassen Sie sich doch erst einmal auf den Selbstheilungsprozess der Seele, versuchen Sie, sich einfach wieder an das Leben zu gewöhnen. Das war ein guter Rat, es hat so funktioniert.
Welt Online: In einigen deutschen Medien wurde Ihnen vorgeworfen, Sie hätten leichtsinnig gehandelt, als Sie mit einem Touristenvisum in den Iran einreisten, um heimlich zu recherchieren. Würden Sie Ihre Planung im Nachhinein als zu arglos betrachten?
Hellwig: Eine Planung ist natürlich immer nur so gut, wie sie dann auch funktioniert. Da es dann ja nicht so geklappt hat wie vorgesehen, wäre Selbstzufriedenheit in Bezug auf die eigene Planungsfähigkeit sicher fehl am Platze. Andererseits ist es aber ganz einfach: In autoritären Staaten wird kritische Berichterstattung nicht geduldet. Also muss man sich entscheiden, entweder Risiken einzugehen oder gar nicht mehr darüber zu berichten.
Welt Online: Als besonders unvorsichtig erschien es einigen Beobachtern, dass Sie Ihr Gespräch mit dem Sohn Frau Aschtianis und deren Anwalt in dessen Kanzlei abhielten russische frauen suchen. Und dass während des Treffens die in Deutschland lebende Exiloppositionelle Mina Ahadi telefonisch zugeschaltet wurde, die Teheran als Staatsfeindin ersten Ranges gilt. Bei diesem Treffen wurden Sie verhaftet.
Mehr als vier Monate waren zwei deutsche Journalisten der „Bild am Sonntag" im Iran inhaftiert.
Nach 132 Tagen sind sie nun frei. Eine Chronologie:
10. Oktober 2010Die beiden Journalisten interviewen den Sohn und den Anwalt der zum Tode verurteilten Sakineh Mohammad-Aschtiani.
Die in Deutschland lebende iranische Dissidentin Mina Ahadi übersetzt am Telefon.
Mitten im Gespräch werden die Deutschen festgenommen. Sie waren mit einem Touristenvisum ins Land eingereist und daher ohne Akkreditierung einer journalistischen Tätigkeit nachgegangen.
12. Oktober
Irans Regierung wirft den Männern Kontakt mit Konterrevolutionären vor, wie der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, sagt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert den Iran auf, die Deutschen freizulassen.
15. Oktober
Nach Angaben der iranischen Justiz haben die Deutschen gestanden, dass ihr Reporterstatus gefälscht war und eingesehen, dass dies im Iran ein Verstoß gegen die Gesetze ist.
21. Oktober
Den Journalisten geht es nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) den Umständen entsprechend gut. Mitarbeiter der deutschen Botschaft hätten jetzt Zugang zu ihnen.
1. November
Einem Bericht der Nachrichtenagentur ISNA zufolge haben die beiden Inhaftierten um Begnadigung gebeten.
16. November
Die Deutschen russische frauen suchen würden so lange in Untersuchungshaft bleiben, bis das Rechtsverfahren abgeschlossen sei, sagt ein Sprecher des iranischen Außenministeriums.
5. Dezember
Die vier ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, Roman Herzog, Richard von Weizsäcker und Walter Scheel fordern in der „Bild am Sonntag" die Freilassung der Reporter.
27. Dezember
Das Auswärtige Amt bestellt den iranischen Botschafter ein und kritisiert, dass den Reportern trotz Zusicherungen Teherans an Weihnachten kein Treffen mit Angehörigen ermöglicht wurde.
Einige Stunden später dürfen die Journalisten im Hotel Pars in Täbris mit Familienmitgliedern und Botschaftsmitarbeitern reden.
28. Dezember
Nach zwölf gemeinsamen Stunden machen sich die Angehörigen auf den Rückweg nach Teheran, um nach Deutschland zurückzukehren.
29. Dezember
Der Staatsanwalt der Stadt Täbris kündigt an, dass die Überprüfungen im Fall der Deutschen bald beendet sein werden.
2. Januar 2011
100 Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport appellieren in der „Bild am Sonntag" an den Iran, die beiden Reporter freizulassen. Verleger- und Journalistenverbände starten eine Anzeigenkampagne.
Bundespräsident Christian Wulff lässt den Journalisten persönliche Schreiben zukommen. 8. Januar:Teherans neuer Außenminister Ali Akbar Salehi stellt eine Lösung des Falls in Aussicht.
26. Januar
Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Wolf-Ruthart Born, bemüht sich im Iran um die Freilassung russische frauen suchen.
19. Februar
Der „Spiegel" berichtet über ein Gnadengesuch der Angehörigen an den Iran im Vorfeld des iranischen Neujahrsfestes. Kurze Zeit später wird die Freilassung bekannt.
20. Februar
Die Reporter landen am frühen Morgen in Berlin.
Quelle: dpa
Hellwig: Mina Ahadi gilt dem Regime als eine Staatsfeindin, die es wahrscheinlich am liebsten gleich am nächsten Baukran aufhängen würde. Aber es wimmelt im Iran doch von sogenannten Staatsfeinden. Von dem Regime zum Staatsfeind erklärt zu werden – dafür braucht man sich nicht besonders anzustrengen.
Wie es zu dem Gespräch im Anwaltsbüro kam? Wir, also mein Fotograf und ich, wollten das Treffen eigentlich auf einem belebten Platz abhalten. Aber Frau Aschtianis Sohn Sajjad meinte, es sei sicherer, in das Büro des Anwalts zu fahren. Und da dies ein Einheimischer sagte, der sich mit den Verhältnissen besser auskennt und sich ja nicht selbst gefährden will, mussten wir davon ausgehen, dass dies zutrifft.
Welt Online: Einige Kritiker argwöhnten, Sie hätten sich schon im Vorfeld zu sehr auf den Rat Ahadis verlassen, die einer Gruppe namens „Arbeiterkommunistische Partei Irans" angehört.
Hellwig: Sie ist aber nun einmal diejenige, die maßgeblich die internationale Kampagne gegen die Steinigungen im Iran initiiert hat. So war es unausweichlich, mit ihr zu sprechen und sie auch in meine Rechercheplanungen einzubinden. Dass Mina Ahadi aufgrund ihrer persönlichen Betroffenheit als Verfolgte des Regimes russische frauen suchen andere Interessen verfolgt als ich, der ein Beobachter von außen ist, mag sein.
Welche Interessen das aber genau sind, kann ich nicht sagen. Außerdem war sie bei Weitem nicht die einzige Person aus der sehr breit gefächerten iranischen Exilopposition, mit der ich mich beraten habe. Ahadi stellt sich freilich in der Öffentlichkeit gern als führende Kämpferin gegen das iranische Regime dar. Andere, mit denen ich gesprochen habe, wirken mehr im Stillen und fallen deshalb öffentlich nicht so sehr auf.
Welt Online: Finden Sie, dass sich die deutsche Öffentlichkeit ausreichend für Ihre Freilassung eingesetzt hat? Es gab hierzulande eine Diskussion, ob es die Medien mit der – vom Auswärtigen Amt empfohlenen – Zurückhaltung nicht etwas übertrieben haben.
Hellwig: Die Zurückhaltung war ja nur am Anfang da. Später haben sich viele Menschen auch öffentlich für unsere Freilassung eingesetzt. Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien, die Verleger- und Journalistenverbände haben eine deutschlandweite Anzeigenkampagne gefahren.
Dafür möchte ich mich zuerst auch an dieser Stelle noch einmal bedanken. Und dann bewegt man sich auf einem schmalen Grat zwischen Diplomatie und öffentlichem Druck. Verhandlungen, wie sie in meinem Fall letztlich zum Erfolg geführt haben, sind nur möglich, wenn diplomatische Kommunikation aufrechterhalten wird russische frauen suchen.
Andererseits sieht man nicht zuletzt am Fall Aschtiani, dass öffentlicher Protest durchaus etwas bewirkt, dass sich das iranische Regime zum Beispiel überlegt, ob Steinigungen noch opportun sind, wenn sie zu starke internationale Empörung hervorrufen.
Zwischen diesen beiden Aspekten gibt es ein Spannungsverhältnis. In meinem Fall war das Zusammenspiel von diplomatischen Bemühungen und Öffentlichkeit nach knapp fünf Monaten erfolgreich. Insofern sehe ich ganz persönlich die öffentlichen Reaktionen als ausreichend an und bin jedem Einzelnen, der sich für uns eingesetzt hat, zutiefst dankbar russische frauen suchen.
Welt Online: Glauben Sie, dass der Iran von der Bundesregierung als Gegenleistung für Ihre Freilassung Zusagen erhielt – etwa, sich bei Kritik an Menschenrechtsverletzungen zurückzuhalten?
Hellwig: Das denke ich nicht. Ich weiß, einige haben moniert, dass Außenminister Westerwelle nach Teheran geflogen ist und sich mit Ahmadinedschad persönlich getroffen hat. Aber im Nachhinein sieht man doch, dass sich an der Haltung der Bundesrepublik gegenüber dem Iran nichts geändert hat. Auch in dem erwähnten Treffen hat Westerwelle nach meinen Informationen das Thema Menschenrechtsverletzungen angesprochen.
Welt Online: Hat Ihr Hafterlebnis Ihre politische Haltung verändert? In dem Sinne, dass Sie eine härtere Linie gegenüber dem Regime befürworten oder, im Gegenteil, eine differenziertere?
Hellwig: Ich finde schon, dass Deutschland als ein Land mit engen Verbindungen zum Iran den Gesprächskontakt mit dem Regime aufrechterhalten sollte, gerade in der jetzigen Situation permanenten Säbelrasselns. Eines muss doch klar sein: Krieg kann nur in einer Katastrophe enden. Denn die Mullahs werden nicht einfach abtreten.
Die stehen dem Tod näher als dem Leben, und wer sich vom Leben gewissermaßen bereits verabschiedet hat, den wird man nicht dazu zwingen können, Vernunft anzunehmen. Wir russische frauen suchen sollten daher weiter auf Diplomatie setzen – bis vielleicht einmal der Punkt eintritt, an dem das iranische Volk selbst dem Regime sagt: Es ist genug.
Welt Online: Eine abschließende Frage: In Ihrem Buch schildern Sie sehr anrührend, wie der Gedanke an Ihre kleine Tochter Sie in der Haft am Leben gehalten hat und wie Sie sie nach Ihrer Freilassung erstmals wieder in die Arme schlossen. Wenn Sie Ihrer russische frauen suchen Tochter eine Lehre aus Ihrer schlimmen Erfahrung mit auf den Lebensweg geben sollten, wie würde sie lauten?
Hellwig: Es lohnt sich, für die Freiheit zu kämpfen.
Kategorie: Meine Artikel | Hinzugefügt von: Figulin (15.02.2012) W
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